Landscape Izuma

englishSa. 06.09.08

landscapeizuma.jpgEs gibt Musik. Musik, bei der man die Decke noch einmal weiter über den Kopf zieht, die Position im Bett ändert und sich mit leichter Gänsehaut nach den Momenten sehnt, an denen da, genau neben einem, noch jemand lag. Musik, zu der man endlich das ganze grelle Licht, den Krawall und die Aufdringlichkeiten einer Außenwelt ausblenden und vergessen kann. Wo jemand mit seinen Geschichten – mit Worten und Tönen – die Gefühle, die man selber seit Wochen, Monaten, Jahren hat, endlich auf den sprichwörtlichen Punkt bringt, obwohl er von etwas ganz anderem spricht.

Landscape Izuma, das ist Tran Lap Vinh Georg, ein gebürtiger Österreicher mit vietnamesischen Wurzeln, der nach diversen Bandprojekten beschloss, alleine aufzunehmen und aufzutreten. Landscape Izuma, das sind Erinnerungen an die Intimität der „Red House Painters”, an „Bedhead” oder „Low”. Aber auch an die emotionalen Landvermessungen neueren Datums von „Owen” bis „American Analog Set”. Das sind Konzerte, auf denen man sich ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen kann, wenn man feststellt, dass der Vordermann seit einer halben Stunde vergessen hat, an seinem Bier zu trinken. Das sind Herbstmorgen, an denen man das Fenster einen Spalt breit aufmacht, nur um zu sehen, wie der eigene Atem sich in der kalten Luft zu Dampf verwandelt, während hinter einem der Plattenteller rotiert. Landscape Izuma, das ist keine Anbiederung, keine Intimität um ihrer selbst willen, keine pubertäre Nabelschau, keine künstliche Emotionalität. Landscape Izuma erzählt einfach von einem Leben. Und wenn man die Decke noch einmal über den Kopf zieht, findet man in diesem Leben vielleicht etwas von seinem eigenen. Und das ist mehr als genug.

 

www.myspace.com/landscapeizuma

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